Warum die Kameraeinstellungen anderer Fotografen nicht aussagekräftig sind

Ein Beitrag für alle Fotografinnen die gerne im manuellen Modus fotografieren möchten.


Immer wieder hört oder liest man diese Frage: “Kannst du mir deine Kameraeinstellungen verraten?” 


ja, aber sie werden dir ÜBERHAUPT NICHTS BRINGEN! Denn, um es sehr kurz zu fassen, sie nützen dir nur was wenn derjenige den du fragst:


a) die gleiche Kamera benutzt - denn jede Kamera ist anders und geht anders mit Licht um.

b) das aller gleiche Objektiv benutzt - es gibt Objektive die sehr Lichtstark sind (dh. die niedrigste Blende ist so niedrig , dass ein unscharfer Hintergrund möglich ist. Es gibt Objektive die auch kaum in der Lage sind einen unscharfen Hintergrund zu erzeugen. (Im Übrigen können ALLE Objektive durchgehend scharfe Bilder aufnehmen).

c) die Umgebung in der du fotografierst genau das gleiche Quantum an Licht hat, was der Fotograf zum Zeitpunkt der Aufnahme auch hatte. UND GENAU das ist der Punkt. Es muss nur minimal heller oder dunkler sein und schon stimmen die Einstellungen nicht mehr über ein. Licht verändert sich sekündlich, ohne das wir die Veränderungen wahrnehmen.


Mit Kameraeinstellungen ist folgendes gemeint:


Blende, Belichtungszeit und ISO.


Diese Einstellungen können im manuellen Modus vorgenommen werden und geben den Fotografen die Macht das Foto so aufzunehmen wie sie / er es gerne hätte: hell, dunkel, scharf, weniger scharf …. 


Die Blende sorgt für die Menge an Tiefenschärfe (eigentlich geht es immer darum ob ein Foto durchgehend gestochen scharf sein soll, oder ob der Blick auf das Hauptmotiv gerichtet werden soll und alles andere in einem wunderbaren Bokeh verschwindet).

Die Belichtungszeit und ISO für die Helligkeit des Bildes. Mit der Belichtungszeit kannst du die Helligkeit des Bildes manipulieren z.B. bewusst unter- oder überbelichten. (ISO ist eher eine Notlösung wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind und man nicht blitzen möchte).


Dann gibt es noch einen Punkt den du berücksichtigen musst, nämlich dass das Foto möglicherweise schon bearbeitet wurde. Das gilt vor allem, wenn du die Einstellungen aus Fotozeitschriften / Fotobücher entnimmst. Denn kaum ein Foto kommt zu 100% korrekt belichtet aus der Kamera raus und die Einstellungen werden deshalb in der Nachbearbeitung korrigiert. 


die Kamera Einstellungen bleiben gleich, auch nach der Bearbeitung


Ich kann dir nur den Tipp geben, dass nur reines Ausprobieren zu einem besseren Umgang mit den Einstellungen führen kann. Es gibt keinen Trick 17. Aber versuche diese Reihenfolge einzuhalten?

  1. entscheide wie du das Motiv aufnehmen möchtest.

Soll es unscharf sein, dann nehme die niedrigste Blende z.B. f2,8 oder f4,0 (je nach Objektiv - wenn du Glück hast, dann ist die niedrigste Blende f1,4)

Soll es gestochen scharf sein, dann verwende f9

  1. stelle die Belichtungszeit auf 1/250 und ISO auf 100 (niemals auf Automatik) und mache eine Probeaufnahme.

Ist das Foto zu dunkel, dann versuche es mit einer Belichtungszeit von 1/125 oder 1/100 - wenn es dann immer noch zu dunkel ist, dann gehe mit dem ISO schrittweise nach oben > 400 oder 800 - die meisten Kameras leisten bis zu ein ISO Wert von 1600 keinen Qualitätsverlust. Wie gut deine Kamera mit ISO umgeht,  wirst du nur am Computerbildschirm erkennen, verlasse dich bitte nicht auf das kleine Display.

Ist das Foto zu hell, dann bleibt die ISO bei 100, aber die Belichtungszeit kannst du erhöhen - versuche 1/1000 oder noch schneller.


Findest du das kompliziert? Dann fange in “A” Modus an - hier wählst du nur die Schärfe, die Kamera stellt die richtige Belichtungszeit ein. In dem Fall ist es eventuell sinnvoll die ISO auf Automatik zu stellen (aber nur wenn die Kamera gute ISO-Ergebnisse vorweist.





Es ist wichtig zu wissen was deine Kamera kann und deshalb musst du es austesten - vielleicht kann sie mehr als du denkst, oder vielleicht weniger.

Wie du deine Kamera austesten kannst zeige ich dir in dem Workshop: “Grundlagen & Stil-Findung in der Fotografie”


Auch dieser Beitrag ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was dich bei “Grundlagen & Stil-Findung in der Fotografie” erwartet. In diesem Workshop werden die Grundlagen kurz und präzise zusammen gefasst,  damit du dich als Fotografin auf das Wesentliche konzentrieren kannst: dich zu einer außergewöhnlichen Fotografin mit Blick und Stil zu entwickeln.

Grundlagen & Stil-Findung in der Fotografie gibt es ist für einmalig 229 € erhältlich




2 Comments

  1. Es ist eigentlich wie beim Kochen, am Anfang braucht Rezepte um es hinzubekommen, dann geht es immer mehr ins Gefühl über und man braucht die Kameraeinstellungen nicht mehr wirklich.

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