Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, bei dem es um die mangelnden Freiheiten in den USA ging; wie sie Ängste schüren; dass es nicht gern gesehen ist, wenn die Kinder auf der Straße spielen, weil man sie dort nicht beaufsichtigen kann. Niemand geht spazieren, verlässt man das Haus, dann nur, um mit dem Auto zur Mall oder zur Arbeit zu fahren. Teilweise sind keine Gehsteige mehr in den Siedlungen zu sehen, sie werden erst gar nicht vorgesehen. Selten sieht man jemanden, der mit einem Hund unterwegs ist, ihr Geschäft erledigen die Tiere im eigenen Garten. Zum Glück ist das hier nicht so, zum Glück können unsere Kinder einfach draußen sein und Kind sein.

Auch meine Kindheit fand großenteils im Freien statt, mit anderen Kindern an der frischen Luft. Aber eins habe ich gemeinsam mit den Kindern die jetzt in Amerika aufwachsen: Viele meiner Kindheitserinnerungen sind aus den Zeiten, in denen ich fernsah, in meinem Kopf verbrachte ich meinem als Scooby-Doos rechte Hand oder den Sidekick von Detective Rockford, teilweise war ich ein Bewohner der Sesamstraße – ich habe mir, wie sie, eine Welt zusammen gebastelt die es nicht wirklich gab, mir aber gut tat.

Wenn ich Lust habe, male ich mir auch heute noch meine Welt zurecht. Ich sehe etwas, ich nehme es mit meiner Kamera auf und mit der Bildbearbeitung mache ich es zu meinem.

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Dieses Foto wurde zu einer Uhrzeit aufgenommen, zu der es eigentlich zu hell war. Da das Feld von Hügeln umgeben ist, genießt es keinen goldenen Sonnenuntergang, also musste ich improvisieren. Ganz so idyllisch waren die Umstände auch nicht, es waren nur ca. 20°, die Dornen anderer Pflanzen haben mich gegickst, viele Mohnblumen waren schon kaputt von dem vielen Regen der Wochen zuvor, aber in meiner Fantasie war ich in der Toskana. Es war schon fast dämmrig, da der Tag unerträglich warm war, habe ich den lauen Sommerabend genossen. Beim Fotografieren freute ich mich schon auf ein Glas Wein auf der Terrazzo …. Anhand dieser Vorstellungen habe ich dieses Foto meinen Träumen angepasst. So wie früher als ich noch ein Kind war.

Hier ist ein Link zum Artikel: https://www.dasmagazin.ch/2016/08/05/das-bose-lauert-uberall/