So bald du deine Bilder im Internet zeigst, dauert es für gewöhnlich nicht lange bis dich jemand fragt, ob du ihn fotografieren könntest.

Für viele (fast alle) Fotografen sind diese Anfragen unheimlich schmeichelnd.

Jemand findet das was du machst gut! Und diese Person ist NICHT deine Mutter, Ehefrau, Ehemann oder beste Freundin. Jemand findet deine Arbeit gut. Das ist so als ob sie DICH gut fänden. Du kannst was!!!! Das ist der Beweis. Das sind die Gefühle die uns am Leben halten. Das sind die Gefühle die jedem Menschen gut tun. Menschen wollen akzeptiert und angenommen werden.

Umso niederschmetternder, wenn es sich rausstellt, dass du nur gefragt wurdest, weil sie mit dir eine “Niedrig-Preis-Garantie” haben.

Vor kurzem, bei einem Foto-Walk erzählte mir eine Kursteilnehmerin, dass sie von einer Kindergarten-Mutter angesprochen wurde wegen “ein paar Fotos”. Neben ihren Mutter-Dasein ist diese Dame: “Zumba-Tänzerin”.

Sie wird gebucht um Zumba zu unterrichten und sie wird auch dafür bezahlt. Sie macht das gut und sie hat das lange einstudiert. Sie hat sich irgendwann eine Gage ausgedacht, welche sicherlich nicht wenig ist.

Nun möchte sie Flyer machen lassen – dafür braucht sie die Bilder.

Diese Dame braucht Bilder. Warum bucht sie keinen Profi?

Jetzt musst du dir folgendes vorstellen:

  1. sie arbeitet als Zumbatänzerin und verdient damit Geld. Geld das sie versteuern muss (wenn auch wenig) – das heißt sie könnte durchaus die Kosten für ein Profi-Shooting von der Steuer zu 100% absetzen.
  2. um mehr Aufträge zu bekommen möchte sie Flyer machen lassen.
  3. Flyer kosten Geld – so was wie ein “Hobby-Flyer-Bastler” gibt es nicht.
  4. Sie ist bereit Geld für Flyer auszugeben, aber nicht für ein Profi-Shooting, obwohl ein Flyer welcher nur aus Text besteht sicherlich kein “Hingucker” ist.
  5. meine Kursteilnehmerin muss sich Zeit nehmen von ihr Bilder zu machen, sie muss gut arbeiten können, denn die Dame strahlt eine große Erwartungshaltung aus. Das heißt sie muss sich mit einem Bereich der Fotografie auseinandersetzen den sie vorher nicht kannte. Denn die Zumba-Tänzerin braucht “Action” Fotos und wird herumhüpfen wie sonst was. Die Fotografin muss die Bilder aussortieren und bearbeiten.
  6. Für die Zumba-Tänzerin stehen die Ausgaben für einen Grafiker (Flyer) UND Fotos (Profi-Fotograf) in keinen Verhältnis zueinander. Das sind ca. 800 € Kosten für “ein paar Flyer”. Die Fotografin muss es ihr möglich machen. Sie hat Verständnis, dass die Gesamtkosten für diese Flyer zu hoch sind (schön blöde).
  7. Vielleicht bringen ihr die Flyer aber das fünffacher an Kunden!

Nur weil sich jemand anders einredet kein Geld für eine Dienstleistung ausgeben zu wollen (weil es in keinem Verhältnis zueinander stünde) heißt das nicht, das jemand anders dafür herhalten muss und ihr das machbar zu machen. Du trägst weder die Verantwortung für ihr Business noch für ihr Geld.

Eines der vielen Probleme hier ist die Tatsache, dass die Zumba-Tänzerin sich etwas ausgedacht hat und hat aber die Verantwortung für die Umsetzung zu 100% an meine Kursteilnehmerin übergeben. Meine Kursteilnehmerin ist damit maßlos überfordert, denn sie ist es gewohnt eher Blumen und ihre Kinder zu fotografieren – das kann sie, das macht ihr Spaß, darin hat sie Übung.

Wie wird das Ganze laufen?

Entweder:

wird meine Kursteilnehmerin  viel Zeit mit der Umsetzung des Shootings verbringen um schöne Bilder zu Stande bringen und bekommt ein fettes Lob von der Zumba-Tänzerin und wird weiterempfohlen (aber sicher nicht an eine andere Zumba-Tänzerin, sondern an jemand der ein völlig anderes Hobby hat, bei dem die Fotografin ein anderes fotografisches Gebiet einstudieren muss – außerdem wird sie empfohlen als jemand die “das sogar umsonst macht”).

oder

es geht alles in die Hose. Meine Kursteilnehmerin wird erst beim Shooting merken, dass ihre Kamera noch lange nicht so schnell ist wie die Zumba-Tänzerin die Schritte wechseln kann. Die Zumba-Tänzerin ist enttäuscht. “Hätte mehr erwartet” und geht zähneknirschend zum Profi (noch mehr Zeit bleibt auf der Strecke – und ihre Zeit ist kostbarer als jede anderen ihre).

oder

meine Kursteilnehmerin hat solche Spaß und merkt dass ihr alle anderen Motive egal sind, für sie gibt es NUR NOCH Zumba-Tänzerinnen! Wohl kaum.

Selbstverständlich gibt es dieses Szenario in zig verschiedene Konstellationen. Ein Klassiker ist wenn sogar der Profi mit seine Preise runter gehen soll, weil das Brautpaar ihr Budget “anders” einsetzen sollen. Was sie nicht merken, ist das die Bilder das einzige sind was sie von dem Tag haben und das ein Leben lang.

Die Liste ist endlos und leider gibt es endlos viele Menschen die ihre Wünsche in Erfüllung gehen sehen, wenn jemand im Bekanntenkreis anfängt “hobby-mäßig” zu fotografieren.

In dem Workshop: “Grundlagen & Stil-Findung in der Fotografie” gibt es ein großes Kapitel über das Thema. Im einzel werden folgende Themen behandelt:

Wie gehe ich mit Anfragen um?

Wie kann ich diese Anfragen zu meinem Gunsten wenden?

Wie viel darf ich verlangen?

Wie kann ich mein Angebot klar definieren?

Wie kann ich das Ruder übernehmen?

Wie kannst du dich als Fotograf entwickeln UND dabei Geld verdienen UND für Leute arbeiten die gut zu dir und deinen Stil passen?

Interesse geweckt? Hier gehts lang.

Im übrigen, du kannst diesen Workshop vollkommen nach deinen Bedürfnissen anwenden, allerdings, wenn du dich als Portrait Fotograf selbstständig machen möchtest ist es geradezu perfekt, denn es gibt nicht nur ein ganzes Kapitel über Portrait Fotografie im einzeln, sondern das Thema Licht wird betont angesprochen. Die verschiedenen Platforms werden im Einzeln vorgestellt und wie du sich für deinen Bedürfnissen nutzen kannst (Instagram, Facebook, Pinterest, Flickr etc). Fehlen dir Ideen, dann kannst du an den vielen Projekten teilnehmen. Alles geht Hand in Hand und führt dich in den Weg der fotografischen Glückseligkeit!

Für jemand die ernsthaft überlegt sich selbstständig zu machen, aber noch nicht den Mut dazu aufbringen, weil die Routine und der Blick fehlt, ist dieser Workshop unbezahlbar!