Tipps für den Kauf deiner nächsten Kamera

Checkliste Kamera Kauf

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Hier sind einige Tipps für den Kauf einer Kamera für Menschen, die gerne schöne Bilder machen möchten, aber sich nicht mit Technik auseinander setzen möchten. Ich gebe hier Tipps, die ich als Profi-Fotografin berücksichtige, wenn ich eine neue Kamera kaufe. Ich kenne nicht alle Kamera-Marken und auch nicht alle Arten von Kameras UND ich bin ein großer Fan von Spiegelreflexkameras, was außerdem meine Aussagen beeinflusst.

Nicht die Kamera, sondern die Fotografin macht die Bilder

Ich habe bisher zwei Kamera Marken im Profi Bereich benutzt: Sony und Nikon. Bei Sony kam ich schnell an meine Grenzen, allerdings mag das heute eine andere Geschichte sein, die Technik geht weiter und Sony ist bei den neueren Kamera-Tests meistens vorne dabei. Die meisten Fotografen, die ich kenne, arbeiten mit Canon Kameras und sie sind alle sehr zufrieden. Ich liebe Nikon und ich werde immer mit dieser Marke zusammen arbeiten (es sei denn ich kann mir irgendwann eine Leica leisten – aber das wird nicht so schnell der Fall sein ;)). Es gibt aber Kameras von Olympus, Panasonic, Fuji, Pentax usw., die sicherlich auch hervorragend sind.

Wichtig: Kaufe BITTE kein Kit-Objektiv, wenn du vorhast, kreative Bilder zu machen –  wirklich, die Dinge taugen nichts!! UND: traue nie einem Foto-Händler, der dir glaubhaft machen möchte, ein Kit-Objektiv würde für deine Zwecke reichen!!!

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Es kommen immer neue Kameras auf den Markt und es ist schwer, eine bestimmte Kamera zu empfehlen, weil es vier Wochen später etwas neueres und besseres geben wird. Wenn dir meine Bilder gefallen und du ähnliche Bilder machen möchtest, dann kannst du meine Tipps berücksichtigen. Ich fotografiere fast ausschließlich mit vorhandenem Licht. Eigentlich hasse ich es zu blitzen, deshalb ist eine Kamera mit einer schnellen Fokussierung (auch bei schlechten Lichtverhältnissen) und guten ISO Werten Voraussetzung.

Zuerst würde ich die aktuelle Ausgabe von Chip Foto & Video kaufen, hier stehen Monat für Monat Testberichte von fast allen Kameras, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Oder du suchst nach aktuellen Testberichte im Internet. Schaue bitte die einzelnen Punkte an, denn manche Kameras werden als Kauf-Tipp empfohlen, weil sie beispielsweise 100 Punkte für die Video-Funktion bekommen – und dies soll nicht ausschlaggebend sein.

Es gibt nicht viel, wonach du schauen musst, aber deine neue Kamera sollte folgende Eigenschaften haben:

  • Ultra schnelle Fokussierung* – meine erste Kamera hat sehr lange überlegt, ob sie etwas fotografieren wollte oder nicht, das fand ich mehr als lästig – Ausnahme: Still Life.
  • Gute ISO Werte – hier musst du dich voll und ganz auf die Berichte verlassen, die Ergebnisse sieht man nicht auf dem Display der Kamera. Erst auf dem Computerbildschirm kommt die nackte Wahrheit.
  • Mit der Zeit wirst du im manuellen Modus arbeiten. Das ist das Ziel. Es ist deshalb wichtig, Blende und auch Verschlusszeit am Body einstellen zu können. ISO und Weißabgleich ebenfalls. KAUFE BITTE KEINE KAMERA, BEI DER DU NUR IM „MENÜ“ ÄNDERUNGEN VORNEHMEN KANNST!!!
  • hierfür würden mich manche Fotografen köpfen, aber ich finde es immer von Vorteil, viele Megapixel zu haben, weil man große Teile vom Bild weg schneiden kann, ohne an Qualitätsverlust zu leiden. Es gibt Situationen, bei denen man einfach schnell abdrücken muss, obwohl man zu weit weg steht. Nicht jedes Foto kann perfekt vorbereitet sein. Mehr als 24 MP müssen es aber nicht sein. Ein Nachteil von vielen MP ist eigentlich nur der Speicherplatz. Es passen nicht so viele Bilder auf die Speicherkarte und die Bilddateien benötigen am PC viel Speicherplatz.

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Vollformat oder APS-C?

Vielleicht sagt dir das jetzt nichts, aber es gibt einige Kamera-Formate. Die zwei gängigsten sind Vollformat (oder Kleinbild) und APS-C. Es gibt auch so genannte Systemkameras – hier habe ich keinerlei Erfahrungen, aber du kannst hier näheres erfahren.

Seit ich versuche, bessere Bilder zu fotografieren, arbeite ich ausschließlich mit einer Vollformat-Kamera. Ich benutze die D800 und die D610 von Nikon und verrate euch auch warum: Mit Vollformat kann ich mit wenig Aufwand gute Ergebnisse erzielen. Zudem habe ich mich an die Größe des Sensors gewöhnt. Mehr Gründe gibt es nicht. Ein großer Sensor ist nur praktisch im Weitwinkelbereich, weil man mehr auf das Bild bekommt.

Vor- und Nachteile APS-C:

  • Vorteile: klein, handlich, leicht es passen ALLE Objektive drauf
  • Nachteile: sind nicht so robust sie sind nicht so lichtstark wie ein Vollformat, sie haben zu viele Funktionen, was sie meiner Meinung nach kurzlebiger macht

Vor- und Nachteile Vollformat:

  • Vorteile: robust und langlebig, großer Sensor (mehr Bild) einfach in der Handhabung, zuverlässig, lichtstark
  • Nachteile: viel teurer, viel schwerer als APS-C, es passen nur bestimmte Objektive drauf

Budget: wenn du ein Gesamtbudget von ca. 2.000 € für die Grundausrüstung hast, dann würde ich, auch als Hobby-Fotograf, zum Vollformat greifen. Kaufbeispiel:

  • Nikon D610 1.499 €
  • Nikkor (Objektiv) 50mm 1,4 330 €
  • Adobe Lightroom (Bearbeitungssoftware) 117 € = 1.946 €

Wenn dein Budget ca. 1.000 € umfasst, dann wäre das hier mein Kauftip von Nikon:

Liegt dein Budget unter 1.000 €, würde ich zu einer anderen Marke wie Pentax oder Sony greifen. Hier sind Beispiele:

http://www.chip.de/artikel/Kamera-mit-Vollformat-Profi-DSLR-und-Profi-DSLM-im-Test_68162730.html

http://www.pc-magazin.de/bildergalerie/beste-spiegelreflexkamera-aps-c-sensor-dslr-galerie-1894623-446484.html

Es kommt aber nicht zwingend auf die Kamera an, sondern vor allem auf das Objektiv. Ich rate immer, sich ein 50 mm Festbrennweite der jeweiligen Kamera-Marke zu kaufen, weil man damit alles von Landschaften bis Portraits aufnehmen kann, aber vor allem, weil man dieses wunderschöne Bokeh (Unschärfe) hinbekommt. Und es ist relativ günstig im Vergleich zu den meisten Objektiven. Und klein (= leicht).

Es kommt aber nicht zwingend auf die Kamera an, sondern mehr auf das Objektiv

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Falls du eine bestimmte Kamera im Visier hast, kannst du mich gerne kontaktieren unter dawn@morning-side.de – ich gebe gerne meinem Senf dazu 😉

Fotorechte Coverfoto: ©marshi/photocase.de (Martina Tanner)

One Comment

  1. Hallo, ich habe mir im letzten Jahr eine neue Kamera gekauft und es war ein wirklich harter Prozess, bis ich das gefunden habe, was ich brauche. Was viel bringt, ist eine Kamera mit Objektiv über das Wochenende auszuleihen. Viele Fotogeschäfte machen das und so kann man sich fröhlich durch die unterschiedlichen Arten der Kameras durchprobieren.
    Gerne würde ich eine Lanze für Olympus und die Micro Four Third Technologie brechen. Ich bin gerade umgestiegen von Spiegelreflexkamera zu Olympus und bereue es in keiner Sekunde. Die Kameras sind sensationell, erfüllen alle Anforderungen, die auch Spiegelreflexkameras haben müssen und die Objektive von Olympus waren schon immer Spitzenklasse. Irgendwie ist aber immer noch in der Denke vieler Fotografen abgespeichert : “ohne Spiegel geht’s nicht” und “so ne kleine Kamera kann ja nix können”. Mitnichten! Sony kann (ist aber unfassbar teuer und hat zu wenig Objektive noch derzeit) und Olympus kann.
    Ein für mich wirklich großer Vorteil ist das Gewicht – von Kamera und Objektiven. Selbst das große (umgerechnet ca. 80-300mm) Zoom plus Kamera wiegt so viel weniger, dass man entspannt fotografieren kann. Gerade für Mädels ein echter Vorteil. Kamera mit 50mm Objektiv ist so leicht, dass es eine wahre Freude ist.
    LG Beate
    http://www.koestlichewelt.de

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